Depression, Träume und Dilemma-Realität

Pixies: Bone Machine – what a nice cover!

Einsamkeit ist das Schlimmste!
Ich fühle mich oft allein gelassen.

Manisch-depressive Störung lautete meine Diagnose und daher ist eine gewisse Paranoia immer in meinem Kopf anwesend. Verdreht und klebt sich alles so zurecht, dass es in einem unheimlich schlechten Licht erscheint.

Ich bin unsicher – voll von diesem widerlichen Selbstmitleid “Mich will keiner. Mich mag keiner. Keiner interessiert sich für mich.” Anstatt den Arsch hochzukriegen und irgendwas draus zu machen. Etwas positives! Ich muss lernen, arbeiten, Sport treiben, malen, Klavier spielen, Sprachen lernen, Bücher lesen, Artikel schreiben und noch so vieles, so vieles mehr!

Mein Traum/Wunsch ist es ein Buch über Ernährung zu schreiben!
Und ein Buch über Frauen – für Frauen! Über deren Lage in einer patriarchalen kapitalistischen GEsellschaft – durch meinen Filter, meine Augen!

Ich möchte etwas bewegen, mich um Menschen kümmern und einen Garten haben, mit Gemüse undT Tieren helfen – aber auch unglaublich viel reisen! Und tanzen ich will tanzen lernen! Ich bin nämlich eine grässliche Tänzerin und singen würde ich auch gern können – bisher klappts nur wenn ich leise singe! ‘:D

Na ja, also eine ganze Menge!

Aber ich kriege meinen Arsch einfach nicht hoch. Morgens bin ich immer total fertig, als hätte ich kaum geschlafen. Schlafe sehr unruhig, werde nachts immer wieder wach (auf Klo, was trinken, einfach schlecht oder kalt oder heiß oder ein Geräusch etc.).

Zu allem Überfluss bin ich jetzt auch noch schwanger (ja, ja, viele müssen sich jetzt eine Standpauke übers Verhüten verkneifen und viele verkneifen sie sich nicht). Aber ich bin 21 und habe bereits seit sechs Jahren erfolgreich verhütet – war immer vorsichtig und hatte diesen Aspekt unter Kontrolle!
Alle Termine für einen Abbruch habe ich bereits in die Wege geleitet. Es sind jetzt auch nur 5 oder 6 Wochen. Also alles noch zu retten.
Aber ich kriege es mit kaltem Schweiß, Tränen, Schwindel und Kopfschmerzen zu tun, wenn ich daran denke wie sie diesem Fötus, bevor sie ihn raussaugen den Kopf mit einer Zange zerquetschen.

Ich bin mir über alle Einzelheiten so eines Schwangerschaftsabbruchs vollkommen bewusst. Hätte ich früher Alarm geschlagen – hätte ich noch auf medikamentösem Wege die Sache über die Bühne bringen können. Aber dafür wird es wohl zu spät sein.

Und da ich familienversichert bin, werde ich das aus eigener Tasche bezahlen müssen. Ambulant – 400 Mücken! Nicht wenig und nicht viel für einen Mord? Für einen solchen Schaden auch für meinen Körper?

Und ihm werde ich nichts davon erzählen. Ich werde sagen, es war eine flüchtige Bekanntschaft. Irgendwo habe ich gelesen, dass der Partner überall dabei sein muss und die gleichen Beratungsgespräche durchzugehen hat wie ich etc. etc. Ich will ihm das wirklich nicht antun. Er ist ein guter, ein lieber Mensch und er wusste es nicht besser. Er hat sich auf mich verlassen und ich hab mich einfach verzettelt und es geht voll und ganz auf meine Tasche, auf mein Gewissen. Wieso sollte ich ihn damit belasten? Ihm weh tun? Mir geht’s damit schon beschissen genug.

Das einzige Problem was ich dabei sehe, ist dass mir jeder Geschlechtsakt vorkommt wie eine Vergewaltigung. Ich habe keine Lust, sogar Ekel und Angst davor. Vielleicht, ja sogar wahrscheinlich ist das unter diesen Umständen normal. Nur leider weicht das immens von meinem sonstigen sexuell hungrigen Verhalten ab. Und wie sollte ich das erklären ohne die Wahrheit zu sagen?

Er könnte es falsch verstehen und sich vollständig von mir abwenden. Das will ich natürlich nicht. Aber ich will auch nicht dass er leidet. Aber so oder so tut er es dann wohl. Und so beuge ich mich wohl oder übel seinem Verlangen, ohne selbst welches zu empfinden. Damit er nichts merkt. Ist das nicht eine Riesenlüge? Bin ich damit nicht total unauthentisch? Und wieso fällt ihm das nicht auf? Ist das so leicht einen Menschen an der Nase herum zu führen? Ich komme mir wie eine absolute Verräterin vor, eine Heuchlerin, eine Mörderin, verantwortungslos, verlogen und womöglich auch egoistisch.
Denn wäre ich nicht selbst auch mehr belastet, wenn ich ihn belasten würde?

Na ja, so ist die beschissene Lage momentan.

Nirvana stimmt einen da nicht gerade fröhlich aber es entspricht meiner Stimmung einfach zu gut ums nicht zu hören.

3 thoughts on “Depression, Träume und Dilemma-Realität”

Leave a Reply

SCROLL TO TOP